Wo liegt denn dieses Mallorca?
Als ich dieses Wochenende bei meinem Physikdidaktik Wochenendseminar war, hat uns unser Dozent (Prof. Dr. Lutz Fiesser) folgendes an die Tafel geschrieben:
… es gibt keine wahrheit …
… im mittelpunkt des unterrichts steht der lernende mensch …
… physikunterricht ist ein prozess …
… meistens misslingt er …
… und das wissen wir seit mindestens 100 jahren …
Es wurde darauf vom naiven Realismus gesprochen und der individuellen Interpretation der Welt. Dann hat er uns Zeilen aus dem Buch „basic instinct“ (Wolfgang F. Schmid, ja genau der, den wir alle kennen) vorgelesen, ich zitiere hier mal paar Zeilen:
„Aristoteles deutet den bis dahin geltenden Begriff der Wahrheit radikal um. Wahr ist für ihn nicht mehr das, was sich offenbart, sondern nur noch das, was sich als richtig oder falsch erweist. Indem Aristoteles der Kraft des Logos Gesetzte verschafft, kann sie sich zwar in Gesetzen und Regeln des Denkens erproben, aber gerade diese Probe auf´s Exempel der Wahrnehmung setzt eine Wissenschaft in Gang, die dem Menschen zur größten Gefahr werden soll.“ (S. 343)
…
„Aristoteles erklärt, dass die Physik zur Unterscheidung zwischen richtigen und falschen Aussagen dadurch gelangen könne, dass man die nicht mehr wie Platon als die Wissenschaft von der Natur überhaupt, sondern nur noch als eine unter anderen Naturwissenschaften betrachte, eben jene, welche sich mit den unbelebten Dingen der Natur und deren Beziehungen untereinander befasse.“ (S. 344)
…
„Und so sieht es heutzutage aus:
Wir haben gelernt, alles zu vereinfachen. Wir versichern uns, indem wir uns nur das umgekehrte Eindeutige annehmen. Unsere Welt besteht aus einem Netzwerk formelhaft verknüpfter wissenschaftlicher Funktionen.“ (S. 345)
Nachdem ich nun versucht hatte allem verständlich zu Folgen, kam er auf Martin Wagenschein („Verstehen lehren“) zu sprechen. Ich habe mir das Buch am Montag geliehen und bin auf das Kapitel „Verdunkeltes Wissen“ gestoßen, indem gleich am Anfang ein kurzer Dialog aufgezeigt wird:
„Wo liegt denn dieses Mallorca?“
„DAS weiß ich nicht. Wir sind hingeflogen.“
Als Geographie Studentin musste ich schon einwenig darüber schmunzeln, aber genau darum geht es jetzt bei den Fragen, die ich unten aufgeführt habe. Aufgabe ist es, die Fragen einfach „aus dem Bauch heraus“ zu beantworten, aber ohne irgendwelche Information einzuholen.
1.) Wie kommt es zu einem Gewitter (Blitz/Donner)?
2.) Wie kommt es, dass die Astronauten nicht auf die Erde fallen?
Wie kommen sie wieder zurück?
3.) Eisen versinkt im Wasser. Warum gehen dann keine Schiffe unter?
4.) Wie kommt es, dass ein Fahrraddynamo Strom erzeugt?
5.) Wieso entsteht bei Regen ein Regenbogen?
6.) Warum ist es im Dezember kalt?
7.) Warum zieht ein Magnet zum Beispiel Eisennägel an?
8.) Wie kommt es, dass man durch ein Vergrößerungsglas, Gegenstände vergrößert sieht?
Ich mache es so wie Prof. Schmid: Ich sage euch keine Antworten, weder auf die Fragen noch wieso ich gerade euch diese „einfachen“ Fragen stelle. Versucht sie erst zu beantworten und schlagt erst dann nach. Durch diesen Prozess findet ihr die Antwort selber!
(Ich hoffe … *grins*)
… es gibt keine wahrheit …
… im mittelpunkt des unterrichts steht der lernende mensch …
… physikunterricht ist ein prozess …
… meistens misslingt er …
… und das wissen wir seit mindestens 100 jahren …
Es wurde darauf vom naiven Realismus gesprochen und der individuellen Interpretation der Welt. Dann hat er uns Zeilen aus dem Buch „basic instinct“ (Wolfgang F. Schmid, ja genau der, den wir alle kennen) vorgelesen, ich zitiere hier mal paar Zeilen:
„Aristoteles deutet den bis dahin geltenden Begriff der Wahrheit radikal um. Wahr ist für ihn nicht mehr das, was sich offenbart, sondern nur noch das, was sich als richtig oder falsch erweist. Indem Aristoteles der Kraft des Logos Gesetzte verschafft, kann sie sich zwar in Gesetzen und Regeln des Denkens erproben, aber gerade diese Probe auf´s Exempel der Wahrnehmung setzt eine Wissenschaft in Gang, die dem Menschen zur größten Gefahr werden soll.“ (S. 343)
…
„Aristoteles erklärt, dass die Physik zur Unterscheidung zwischen richtigen und falschen Aussagen dadurch gelangen könne, dass man die nicht mehr wie Platon als die Wissenschaft von der Natur überhaupt, sondern nur noch als eine unter anderen Naturwissenschaften betrachte, eben jene, welche sich mit den unbelebten Dingen der Natur und deren Beziehungen untereinander befasse.“ (S. 344)
…
„Und so sieht es heutzutage aus:
Wir haben gelernt, alles zu vereinfachen. Wir versichern uns, indem wir uns nur das umgekehrte Eindeutige annehmen. Unsere Welt besteht aus einem Netzwerk formelhaft verknüpfter wissenschaftlicher Funktionen.“ (S. 345)
Nachdem ich nun versucht hatte allem verständlich zu Folgen, kam er auf Martin Wagenschein („Verstehen lehren“) zu sprechen. Ich habe mir das Buch am Montag geliehen und bin auf das Kapitel „Verdunkeltes Wissen“ gestoßen, indem gleich am Anfang ein kurzer Dialog aufgezeigt wird:
„Wo liegt denn dieses Mallorca?“
„DAS weiß ich nicht. Wir sind hingeflogen.“
Als Geographie Studentin musste ich schon einwenig darüber schmunzeln, aber genau darum geht es jetzt bei den Fragen, die ich unten aufgeführt habe. Aufgabe ist es, die Fragen einfach „aus dem Bauch heraus“ zu beantworten, aber ohne irgendwelche Information einzuholen.
1.) Wie kommt es zu einem Gewitter (Blitz/Donner)?
2.) Wie kommt es, dass die Astronauten nicht auf die Erde fallen?
Wie kommen sie wieder zurück?
3.) Eisen versinkt im Wasser. Warum gehen dann keine Schiffe unter?
4.) Wie kommt es, dass ein Fahrraddynamo Strom erzeugt?
5.) Wieso entsteht bei Regen ein Regenbogen?
6.) Warum ist es im Dezember kalt?
7.) Warum zieht ein Magnet zum Beispiel Eisennägel an?
8.) Wie kommt es, dass man durch ein Vergrößerungsglas, Gegenstände vergrößert sieht?
Ich mache es so wie Prof. Schmid: Ich sage euch keine Antworten, weder auf die Fragen noch wieso ich gerade euch diese „einfachen“ Fragen stelle. Versucht sie erst zu beantworten und schlagt erst dann nach. Durch diesen Prozess findet ihr die Antwort selber!
(Ich hoffe … *grins*)
ebrusarikaya - 10. Mai, 18:14


