IDIOTS SAVANT
Howard Potter isst für sein Leben gern. Und Kartoffelbrei mit Erbsen liebt er besonders. „Duncan hat zwei Erbsen mehr bekommen!“, beschwerte er sich einmal als Kind beim Mittagessen, nachdem er einen Blick auf den Erbsenberg seines Bruders geworfen hatte. Die irritierten Eltern zählten nach. Howard hatte sich nicht getäuscht…

Als ich vorletzte Nacht nach Hause kam, es war 2 Uhr morgens, wollte ich noch einwenig fernsehen. Plötzlich kam ich zu einem Bericht über "idiots savants" ... über eine Stunde packte mich die Faszination dieser schon fast überirdischen "Menschen" ... Eigentlich sind es Autisten: „Unfähigkeit, eine Beziehung zu den Mitmenschen aufzunehmen.“ Autisten würden andere Menschen wie Dinge wahrnehmen und behandeln…find ich einwenig schwer einzuschätzen, denn man „steckt ja nicht drin“… Hermelin geht davon aus, dass Autisten die Welt als ein „bedrohliches, unkontrollierbares Chaos“ erleben. Dem setzen sie Rituale entgegen, die eine beruhigende Wirkung haben. „Höhere Bereiche im Gehirn werden beim autistischen Denken nicht zugeschaltet“, sagt Allan Snyder, Leiter des Centre for the Mind der Australian National University in Canberra. Daher fehle bei ihnen das konzeptionelle Denken. Sie verfügten also gleichsam über eine „ungefilterte Art der Informationsverarbeitung“, die große Vorteile biete. „Man muss sich das ähnlich wie beim Sehvorgang vorstellen“, sagt Snyder. „Wenn ein visueller Reiz auf die Netzhaut fällt, dauert es etwa eine Viertelsekunde, bis er als bewusste Wahrnehmung erscheint. Vor diesem Moment an wird jeder einzelne Bestandteil dieses Bildes – etwa Farbe, Form, Lage im Raum und Bewegung – einzeln von verschiedenen, spezialisierten Regionen im Gehirn verarbeitet.“ Diese einzelnen Eindrücke müssen dann „erst zu einem Muster vereinigt werden, das wiederum mit Arealen verschaltet wird, die es mit Bedeutung verbinden“, sagt Snyder. Lediglich das Endprodukt dringt in unser Bewusstsein. „Bei Savants gelangen hingegen alle Zwischenschritte ungefiltert ins Bewusstsein, und sie können das Bild gleichsam in allen seinen Details sehen. Wie einzelne Pixel einer Fotografie“, sagt Snyder.
Doch ich fragte mich nun wie genau das zustande kommen kann?...
Anscheinend liegt es an der rechten Hemisphäre… also im mathematisch-abstrakten, musikalischen oder zeichnerischen Bereich des Gehirns. Man geht auch davon aus, dass die rechte Gehirnhälfte bei Savants Defizite im Bereich der linken Hirnhälfte kompensiert. Man vermutet, dass in vielen Fällen eine Testosteron-Vergiftung während der Embryonalentwicklung der Grund sein könnte: Die Entwicklung der linken Gehirnhälfte dauert in der Regel länger als diejenige der rechten. Sie ist während dieser hoch sensiblen Phase daher länger vorgeburtlichen Einflüssen ausgesetzt. Im männlichen Fötus kann das zirkulierende Hormon Testosteron die neuronale Funktionsweise der linken Hemisphäre schwächen. Und aus diesem Grund würde die rechte Gehirnhälfte bei Männern als Kompensation oft größer ausgebildet und dominant.
Noch ein Beispiel: Christopher ist Anfang 40 und ein weltweites Unikum, selbst unter den Savants. Er hat sich mittlerweile über 20 Sprachen angeeignet – neben Dänisch, Finnisch, Französisch, Griechisch, Hindi, Italienisch, Norwegisch und Portugiesisch auch Russisch, Schwedisch, Türkisch und die Berber-Sprache der Tuareg. „Christopher setzt dabei typische kognitive Strategien von Autisten ein“, erklärt Beate Hermelin. Er erschließt sich die Sprachen über ihre einzelnen Elemente, etwa Worte oder Silben. Die grammatikalischen oder semantischen Aspekte vernachlässigt Christopher hingegen. So übersetzt er „Who can speak German?“ mit „Wer kann sprechen Deutsch?“ Dennoch sind seine Leistungen phänomenal: Bei einem Wortschatztest in Französisch konnte er neulich mit einem Professor für französische Philologie der University of London, der zweisprachig aufgewachsen ist, locker mithalten.
Niels Birbaumer, Professor für Neurobiologie an der Universität Tübingen, glaubt hingegen, die genialischen Fähigkeiten seien nur eine Frage des richtigen Trainings. Dass viele Experten das für völlig unrealistisch halten, entmutigt den Neurowissenschaftler nicht: Momentan zeichnet er die Gehirnströme zahlreicher Savants auf. Schon bald will er erste Studenten dazu anleiten, ähnliche Erregungspotenziale wie diese im Gehirn zu produzieren. „Jeder ist ein Savant“, glaubt Birbaumer. „Wir müssen den Rain Man in uns nur trainieren.“
Wirklich etwas Faszinierendes!!

Als ich vorletzte Nacht nach Hause kam, es war 2 Uhr morgens, wollte ich noch einwenig fernsehen. Plötzlich kam ich zu einem Bericht über "idiots savants" ... über eine Stunde packte mich die Faszination dieser schon fast überirdischen "Menschen" ... Eigentlich sind es Autisten: „Unfähigkeit, eine Beziehung zu den Mitmenschen aufzunehmen.“ Autisten würden andere Menschen wie Dinge wahrnehmen und behandeln…find ich einwenig schwer einzuschätzen, denn man „steckt ja nicht drin“… Hermelin geht davon aus, dass Autisten die Welt als ein „bedrohliches, unkontrollierbares Chaos“ erleben. Dem setzen sie Rituale entgegen, die eine beruhigende Wirkung haben. „Höhere Bereiche im Gehirn werden beim autistischen Denken nicht zugeschaltet“, sagt Allan Snyder, Leiter des Centre for the Mind der Australian National University in Canberra. Daher fehle bei ihnen das konzeptionelle Denken. Sie verfügten also gleichsam über eine „ungefilterte Art der Informationsverarbeitung“, die große Vorteile biete. „Man muss sich das ähnlich wie beim Sehvorgang vorstellen“, sagt Snyder. „Wenn ein visueller Reiz auf die Netzhaut fällt, dauert es etwa eine Viertelsekunde, bis er als bewusste Wahrnehmung erscheint. Vor diesem Moment an wird jeder einzelne Bestandteil dieses Bildes – etwa Farbe, Form, Lage im Raum und Bewegung – einzeln von verschiedenen, spezialisierten Regionen im Gehirn verarbeitet.“ Diese einzelnen Eindrücke müssen dann „erst zu einem Muster vereinigt werden, das wiederum mit Arealen verschaltet wird, die es mit Bedeutung verbinden“, sagt Snyder. Lediglich das Endprodukt dringt in unser Bewusstsein. „Bei Savants gelangen hingegen alle Zwischenschritte ungefiltert ins Bewusstsein, und sie können das Bild gleichsam in allen seinen Details sehen. Wie einzelne Pixel einer Fotografie“, sagt Snyder.
Doch ich fragte mich nun wie genau das zustande kommen kann?...
Anscheinend liegt es an der rechten Hemisphäre… also im mathematisch-abstrakten, musikalischen oder zeichnerischen Bereich des Gehirns. Man geht auch davon aus, dass die rechte Gehirnhälfte bei Savants Defizite im Bereich der linken Hirnhälfte kompensiert. Man vermutet, dass in vielen Fällen eine Testosteron-Vergiftung während der Embryonalentwicklung der Grund sein könnte: Die Entwicklung der linken Gehirnhälfte dauert in der Regel länger als diejenige der rechten. Sie ist während dieser hoch sensiblen Phase daher länger vorgeburtlichen Einflüssen ausgesetzt. Im männlichen Fötus kann das zirkulierende Hormon Testosteron die neuronale Funktionsweise der linken Hemisphäre schwächen. Und aus diesem Grund würde die rechte Gehirnhälfte bei Männern als Kompensation oft größer ausgebildet und dominant.
Noch ein Beispiel: Christopher ist Anfang 40 und ein weltweites Unikum, selbst unter den Savants. Er hat sich mittlerweile über 20 Sprachen angeeignet – neben Dänisch, Finnisch, Französisch, Griechisch, Hindi, Italienisch, Norwegisch und Portugiesisch auch Russisch, Schwedisch, Türkisch und die Berber-Sprache der Tuareg. „Christopher setzt dabei typische kognitive Strategien von Autisten ein“, erklärt Beate Hermelin. Er erschließt sich die Sprachen über ihre einzelnen Elemente, etwa Worte oder Silben. Die grammatikalischen oder semantischen Aspekte vernachlässigt Christopher hingegen. So übersetzt er „Who can speak German?“ mit „Wer kann sprechen Deutsch?“ Dennoch sind seine Leistungen phänomenal: Bei einem Wortschatztest in Französisch konnte er neulich mit einem Professor für französische Philologie der University of London, der zweisprachig aufgewachsen ist, locker mithalten.
Niels Birbaumer, Professor für Neurobiologie an der Universität Tübingen, glaubt hingegen, die genialischen Fähigkeiten seien nur eine Frage des richtigen Trainings. Dass viele Experten das für völlig unrealistisch halten, entmutigt den Neurowissenschaftler nicht: Momentan zeichnet er die Gehirnströme zahlreicher Savants auf. Schon bald will er erste Studenten dazu anleiten, ähnliche Erregungspotenziale wie diese im Gehirn zu produzieren. „Jeder ist ein Savant“, glaubt Birbaumer. „Wir müssen den Rain Man in uns nur trainieren.“
Wirklich etwas Faszinierendes!!
ebrusarikaya - 8. Jun, 16:39


